Waschhallen-Serie: Der erste Schritt
Viele Bauhöfe beschäftigen sich aktuell intensiver mit der Frage nach geeigneten Waschmöglichkeiten für den eigenen Fuhrpark. Die Anforderungen an Sauberkeit, Technik und Arbeitsabläufe sowie insbesondere an Umwelt und Wasserrecht steigen kontinuierlich, gleichzeitig fehlen auf vielen Bauhöfen Lösungen, die den tatsächlichen Anforderungen im Betrieb gerecht werden. Wer sich mit der Planung auseinandersetzt, stellt schnell fest: Eine Waschhalle ist kein klassisches Gebäude. Sie muss konsequent auf Fahrzeuge, Abläufe und Nutzung abgestimmt werden, insbesondere dann, wenn unterschiedliche Fahrzeugtypen in kurzer Zeit gereinigt werden sollen.
In dieser Serie werden die wesentlichen Planungsgrundlagen Schritt für Schritt erarbeitet. Die Zusammenhänge werden klar und praxisnah dargestellt.
Bauliche Anlage
Die Abmessungen einer Waschhalle werden nicht geschätzt, sondern systematisch aus den eingesetzten Maschinen abgeleitet. Grundlage ist das größte Fahrzeug im Betrieb sowie der notwendige Arbeitsraum. Ableiten kann man den benötigten Arbeitsraum seitlich und in Längsrichtung aus der Höhe der zu reinigenden Fahrzeuge. Die Hallenlänge ergibt sich aus der Fahrzeuglänge zuzüglich Arbeitsraum an beiden Enden. Dieser Arbeitsraum ist erforderlich, um Maschinen vollständig erreichen, reinigen und sicher begehen zu können.
Für die Hallenbreite gilt das gleiche Prinzip. Neben der Maschinenbreite ist ausreichend Platz für die Bewegung entlang der Maschine sowie für den Einsatz der Waschtechnik notwendig. Dieser Raum wird in der Praxis häufig unterschätzt, ist jedoch entscheidend für die Funktion der gesamten Anlage.
Übertragung auf mehrere Fahrspuren
Sobald mehrere Maschinen parallel gewaschen werden sollen, wird die Halle nicht einfach „breiter“, sondern systematisch erweitert. Neben den äußeren Arbeitsräumen entstehen zusätzliche Zwischenräume zwischen den Spuren.
Bei einer zweireihigen Waschhalle ergibt sich die Breite aus zwei Maschinenbreiten und drei Arbeitsräumen, also z. B. 2 × 3,0 m + 3 × 3,5 m = rund 16,5 m Hallenbreite.
Die Waschfläche als Bestandteil der baulichen Anlage
Neben den Abmessungen ist die Ausführung der Waschfläche ein zentraler Bestandteil der Planung. Sie übernimmt sowohl die Lastabtragung als auch die gezielte Ableitung von Wasser und Schmutz. Wesentliche Anforderungen sind ein tragfähiger Unterbau, eine ausreichend dimensionierte Bodenplatte sowie ein durchgängiges Gefälle zur Wasserführung. Diese Punkte werden häufig erst in der Ausführung betrachtet, sind jedoch bereits in der frühen Planung zu berücksichtigen.
Ausblick
Im nächsten Teil der Serie wird die Gebäudehülle betrachtet. Im Fokus stehen Wandaufbau, Dach und Öffnungen unter den besonderen Anforderungen einer Waschhalle.
Autor: Wolfgang Meier
Unternehmen: Meier-Brakenberg
Link: www.meier-brakenberg.de
Der Autor und sein Team begleiten die Planung von Waschhallen und Hochdrucksystemen und unterstützen Lohnunternehmen dabei, Anlagen von Anfang an richtig auszulegen.