Ausprobiert: MAN Kommunal Trucks

Trucks in Orange müssen sich auch unter extremen Bedingungen behaupten. Wir haben die Kommunal-Trucks von MAN getestet.
Tückisches Gelände: Auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz konnten wir die MAN Trucks testen.

Dass sich viele Situationen nicht nur mit lupenreinen Allradfahrzeugen, sondern auch von Serienfahrzeugen mit Allradantrieb bewältigen lassen, hat kürzlich MAN Truck & Bus bei einer Fahrvorstellung auf einem Offroad-Parcours unter Beweis gestellt. Auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz der NVA bot sich eine Gelegenheit, weit mehr aus den Fahrzeugen herauszukitzeln, als sie im alltäglichen Kommunaleinsatz leisten müssen. Auch KommunalTechnik-Redakteur Stephan Keppler konnte sich bei dieser Gelegenheit unter anderem mit einem MAN TGM 13.290 in schweres Gelände begeben.

Die Strecke hielt eine Vielzahl von Offroad-Herausforderungen bereit. Neben extremen Steigungen und Gefällstrecken wurde das Chassis der TGM Verwindungen ausgesetzt, die schon beim bloßen Hinsehen weh taten. Daneben hielt die Strecke Löcher, Bodenwellen im XL-Format, windelweiche Untergründe und Wurzelwerk bereit, das trotz sehr guter Federung so manche Stöße ins Fahrerhaus weiterleitete. Kurz: Es war ein Parcours, bei dem ein sensibel eingestellter „Popometer“ häufig die Empfehlung „lieber anhalten“ an den Fahrer weitergibt. Völlig unnötig: Unter Anleitung eines Fahrtrainers wurde neben den richtigen Schaltstrategien auch die erforderlichen Sperren eingelegt. Das hatte zur Folge, dass die Trucks jederzeit in Bewegung blieben oder nach einem kurzen Halt wieder problemlos in Bewegung gesetzt werden konnten. Für nicht gerade Offroad-erfahrene Fahrer waren das durchaus Herausforderungen, deren Bewältigung man den Fahrzeugen nicht unbedingt zutrauen würde, schließlich waren die zur Verfügung gestellten Fahrzeuge keine schweren Baustellenfahrzeuge. 

An der Hinterachse setzt MAN bei der TGM-Baureihe auf eine komfortable Luftfederung, die auch beim “Aufsatteln” von Streuaufbauten hilft.

Einfache Bedienung

Besonders positiv aufgefallen ist dabei, dass die Bewältigung komplexer Fahrsituation mit Blick auf die Bedienung der Trucks keine besondere Herausforderung darstellt. Die spezielle Offroad-Schaltstrategie des automatisierten Tipmatic-Getriebes kommt mit den Bedingungen problemlos klar, hält das Auto trotz eines bewusst zurückhaltenden Umgangs mit dem Gaspedal auch im unteren Tourenbereich in Bewegung. Das schafft sehr schnell Vertrauen in die Möglichkeiten des TGM 13.290 4x4.

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Eine Besonderheit der TGM-Baureihe mit 13 bis 15 t zulässigem Gesamtgewicht und Allradantrieb ist die serienmäßige Luftfederung der Hinterachse. Sie bietet gleich mehrere Vorteile: Zum einen erleichtert es den Wechsel von Aufbauten, wie etwa einem Streuaufbau. Darüber hinaus sorgt die Luftfederung für maximalen Schutz der Beladung vor Erschütterungen und hält ein stets gleichbleibendes Fahrniveau ein. Der Vorteil der Luftfederung zeigt sich auch im Winterdienst. Völlig unabhängig vom Beladungszustand des aufgesetzten Streuers bleiben Ladefläche und Streuteller immer auf gleichem Höhenniveau. Das eingestellte Streubild muss während der Tour nicht nachjustiert zu werden.nik

Viel Platz für die Mitarbeitenden: Die Doppelkabine ist großzügig dimensioniert.

Platz genug

Mit einem geräumigen Doppelkabiner, einem TGL 8.220 4x2 BL CH hatte der Münchener Truckhersteller ein weiteres Fahrzeug im Demonstrationsfuhrpark, das speziell auf die Bedürfnisse im Kommunaleinsatz zugeschnitten ist. Das große Fahrerhaus bietet neben Fahrer und Beifahrer vier weiteren Mitfahrern samt Gepäck Platz. Darüber hinaus kann auf der Pritsche des 7,5-Tonners reichlich Nutzlast transportiert werden. Damit ist der TGL vor allem für den Transport von Mensch und Material zu den jeweiligen Baustellen eines Bauhofes besonders geeignet. Die Ablastung auf 7,49 t zulässiges Gesamtgewicht (zul. Gg) mag auf den ersten Blick etwas antiquiert wirken, aber das „Führerscheinproblem“ hat längst auch die Bauhöfe erreicht. Aktuell gibt es noch viele Mitarbeitende in den Kommunen, die noch über einen alten Führerschein der Klasse 3 verfügen und die damit berechtigt sind, auch einen 7,5-Tonner zu fahren. Darüber hinaus ist die Erweiterung eines Führerscheines der Klasse B auf C1 signifikant günstiger als ein Führerschein der Klasse C. Auch das ist für Kommunen ein Grund, weiterhin in Nutzfahrzeuge mit einem zul. Gg von unter 7,5 t zu investieren.

Text und Fotos: Stephan Keppler, Redaktion KommunalTechnik

Den kompletten Test lesen Sie im E-Magazin der KommunalTechnik Ausgabe 5/21.
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