Gut organisierte Grünpflege in Worms
Bei meiner Ankunft in einem der beliebtesten Wormser Parks, dem sogenannten Wäldchen im Süden der Stadt, höre ich schon das gleichmäßige Brummen der Großflächenmäher. Rolf Pfeffer, Leiter der Grüntechnik Ost und West, der Stadtgärtnerei und des Teams Naturpflege, steht am Rande einer Rasenfläche und wartet auf mich. Hinter ihm manövriert ein Mitarbeiter mit einer Fernsteuerung einen Mähroboter vom Typ Raymo Torpedo an einem Abhang. „Das ist unsere jüngste Neuanschaffung, in die wir nach einer einjährigen Testphase investiert haben", erklärt Rolf Pfeffer. Der 60-jährige Meister arbeitet seit 1992 für die Nibelungenstadt Worms.
„Ein vollelektrischer Mähroboter“, sagt er. „Das Gerät ist vor allem an Böschungen und steilen Hängen in Nutzung – also überall dort, wo es für die Mitarbeitenden bedenklich ist, mit einem normalen Mäher zu arbeiten. Der Torpedo hat eine Laufzeit von bis zu 5 h. Er bewältigt Steigungen bis zu 55° und ist dank der Zero-Turn-Lenkung sehr wendig.“ Die Maschine sei leise, emissionsfrei und reduziere das Unfallrisiko. „Das ist ein echter Fortschritt, gerade in Zeiten, in denen wir auf Nachhaltigkeit achten müssen", freut er sich. „Der Anschaffungspreis für den Mähroboter mit drei speziellen Anbaugeräten liegt bei 70.000 €.“
Die Technik spiele eine zentrale Rolle in der Rasenpflege. „Für die verschiedenen Maßnahmen haben wir eine breite Palette an Maschinen", erzählt Rolf Pfeffer, „für die Mahd z.B. Großflächenmäher für die größeren Bereiche, Aufsitzmäher für mittlere Flächen, Handmäher für kleine oder verwinkelte Abschnitte. Die extensiven Bereiche bearbeiten wir per Balkenmäher.“ Nur selten komme es vor, dass sie eine Fläche mulchen, beispielsweise, wenn die Witterung eine Trocknung vor dem Abtransport nicht zulasse. Und dann gehöre nun eben auch der Raymo Torpedo dazu.
Rolf Pfeffer stellt mir sein Team vor: „Wir sind insgesamt rund 100 Mitarbeitende, die sich um die Grünflächen kümmern.“ Inklusive der Gewässer seien das gut 516 ha städtisches Grün. „Die Organisation der Rasenpflege in Worms ist klar strukturiert – mit zwei Meistern, die die Einsätze koordinieren, und rund 20 Vorarbeitern, die die Teams vor Ort leiten", erklärt er weiter. Jeder Vorarbeiter sei für einen klar definierten Bereich zuständig und kenne seine Flächen genau. Die Einsatzplanung erfolge täglich, je nach Wetter und Wachstum.
Welche Maßnahmen zu welchem Zeitpunkt für die Pflege der Rasenflächen vorgenommen werden, entscheiden die Vorarbeiter bzw. Meister vor Ort. „Wir arbeiten dabei auf Grundlage von Leistungsverzeichnissen“, erklärt Rolf Pfeffer, „und haben bei der Stadt Worms ein Auftragnehmer-Auftraggeber-Verhältnis. Auftraggeber ist häufig die Abteilung Grünflächen und Gewässer.“ In den Leistungsverzeichnissen wird beispielsweise vorgegeben, in welchem Turnus zu mähen oder zu aerifizieren ist – mit einem festen Preis pro Quadratmeter.
Wie koordiniert das Team die Arbeiten rund um die Rasenflächen? Die Kommunikation laufe über Besprechungen auf dem Betriebshof oder per Handy. „Wir entscheiden auf kurzen Wegen und können schnell reagieren, wenn irgendwo etwas zu machen ist“, beschreibt er. Die Rapportzettel werden klassisch per Hand geschrieben, dann vom Büro auf die jeweiligen Leistungsverzeichnisse gebucht und quartalsweise abgerechnet.
Birgit Greuner,
Redaktion KommunalTechnik
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