Waschhallen-Serie: Hochdrucktechnik

Mit der Arbeitsplatzanordnung ist die Grundlage für effiziente Abläufe geschaffen. Entscheidend ist nun die Auslegung der Hochdrucktechnik.
Dreifachkaskade
Die Auslegung sollte immer über die Anzahl gleichzeitig arbeitender Nutzer erfolgen. (Foto: Meier-Brakenberg)

In der Praxis zeigt sich, dass nicht der Druck, sondern die verfügbare Wassermenge die Reinigungsleistung bestimmt. Zu klein ausgelegte Anlagen führen unmittelbar zu längeren Waschzeiten und begrenzen die gleichzeitige Nutzung mehrerer Arbeitsplätze.

In der Praxis zeigt sich, dass nicht der Druck, sondern die verfügbare Wassermenge die Reinigungsleistung bestimmt. Zu klein ausgelegte Anlagen führen unmittelbar zu längeren Waschzeiten und begrenzen die gleichzeitige Nutzung mehrerer Arbeitsplätze.

Gleichzeitigkeit als Ausgangspunkt

Die Auslegung erfolgt immer über die Anzahl gleichzeitig arbeitender Nutzer. Je Fahrspur wird ein Arbeitsplatz angesetzt, ergänzt um einen weiteren möglichen Nutzer. In der Praxis wird ab dem dritten Arbeitsplatz mit einer Gleichzeitigkeit von etwa 70 bis 80 % gerechnet.

Wassermenge bestimmt die Leistung

Die Reinigungsleistung steigt direkt mit der verfügbaren Wassermenge. Eine höhere Wassermenge reduziert die Reinigungszeit deutlich.

Wassermenge im Verhältnis zur Arbeistleistung
Die Reinigungsleistung steigt mit der verfügbaren Wassermenge. (Skizze: Meier-Brakenberg)

Für die Maschinenwäsche werden je nach Anwendung unterschiedliche Wassermengen eingesetzt. Die Hauptwäsche liegt typischerweise im Bereich von etwa 20 bis 30 l/min, bei starken Verschmutzungen auch bis zu 40 l/min. Für den Chemieeinsatz sind geringere Mengen von etwa 15 l/min sinnvoll, während das Nachspülen wieder mit 20 bis 30 l/min erfolgt.

Die Arbeitsdrücke liegen im Bereich von etwa 80 bis 140 bar. Entscheidend ist die Anpassung an die jeweilige Anwendung. Geringere Drücke in Kombination mit höheren Wassermengen haben sich als besonders effektiv erwiesen. Der Druck wird dabei direkt an der Lanze reguliert, während der maximale Bereich zentral begrenzt wird um Beschädigungen an Lagern und Dichtungen zu vermeiden.

Für viele Anwendungen ist Warmwasser entscheidend. (Skizze: Meier-Brakenberg)

Warmwasser als Leistungsfaktor

Für viele Anwendungen ist Warmwasser entscheidend. Während die Vorwäsche häufig mit Kaltwasser erfolgt, werden für öl- und fetthaltige Verschmutzungen Temperaturen um 60 °C eingesetzt. In der Teilereinigung sind Temperaturen bis 80 °C erforderlich.

Die Warmwasserleistung ist auf die gleichzeitige Nutzung auszulegen. In der Praxis werden etwa 80 kW Brennerleistung je Warmwasserplatz angesetzt, häufig für zwei Arbeitsplätze gemeinsam.

System und Verteilung

Die Hochdrucktechnik ist als Gesamtsystem zu betrachten. Frequenzgeregelte Pumpen ermöglichen eine flexible Anpassung von Wassermenge und Druck für jeden einzelnen Arbeitsplatz. Die Verteilung erfolgt über Edelstahlleitungen mit Durchmessern von 18 bis 36 mm.

Doppelbrenner mit FU Pumpe
Eine hydraulische Auslegung ist zwingend erforderlich, um Druckverluste zu vermeiden. (Foto: Meier-Brakenberg)

Eine hydraulische Auslegung ist zwingend erforderlich, um Druckverluste zu vermeiden und eine gleichmäßige Versorgung sicherzustellen. Warm- und Kaltwasser werden parallel geführt und direkt am Arbeitsplatz gewählt. Für eine typische Waschhalle mit vier Arbeitsplätzen ergibt sich daraus eine Anlagenleistung von etwa 6.000 l/h bei rund 110 bar.

Die Warmwasserbereitung erfolgt über zwei zweistufige Brenner mit jeweils etwa 90 kW Leistung, um auch bei gleichzeitiger Nutzung eine konstante Temperatur sicherzustellen.

Typische Planungsfehler

Fehlende hydraulische Auslegung führt zu Druckverlusten und ungleichmäßiger Versorgung. Starre Pumpensysteme ohne Regelung bieten keine Anpassung an unterschiedliche Anforderungen. Auch einfache Brennersysteme ohne Leistungsstufen führen zu schwankenden Temperaturen.

Ausblick

Im nächsten Teil der Serie wird die Wirtschaftlichkeit betrachtet. Im Fokus stehen Investition, Betriebskosten und die Bewertung der Anlage im laufenden Betrieb.

Autor: Wolfgang Meier
Unternehmen: Meier-Brakenberg
Link: www.meier-brakenberg.de

Der Autor und sein Team begleiten die Planung von Waschhallen und Hochdrucksystemen und unterstützen Kommunen dabei, Anlagen von Anfang an richtig auszulegen.