Streusalzlagerung: Halle oder Silo?

Für die Lagerung von Streusalz stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Aktuelle Lagerlösungen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen.
Wnterdienststreuer unter Salzsilo
Zuverlässige Salzlagerung und schnelle Befüllung. In Köln setzt man aus Salzsilos in Holzbauweise. (Foto: Hersteller)

Wie soll das Salz eingekauft werden? Palettierte Sackware, Big-Bags oder loses Salz? Und wie soll es eingelagert werden? Halle oder Silo? Wenn Silo, dann aus Kunststoff oder Holz? Welche Lagerkapazität sollte vorgehalten werden? Die Fördertechnik ist ein weiteres Thema, das für einen effizienten Winterdienst eine zentrale Rolle spielt. Hier geht es vor allem um Schnelligkeit und Sicherheit bei der Beladung der Streufahrzeuge. Bauhöfe und Straßenmeistereien, die sich im Bereich der Streusalzbevorratung neu aufstellen wollen oder müssen, haben im Vorfeld eine ganze Reihe grundlegender Entscheidungen zu treffen, ehe es in die konkrete Planungsphase gehen kann.

Basis für die Planungen ist der durchschnittliche Salzverbrauch

Den kennen die jeweiligen Bauhöfe in der Regel aus jahrelanger Erfahrung. Etwas Rechenarbeit ist erforderlich, wenn neue Baugebiete oder Straßen und Wege hinzugekommen sind. Hierzu hat die FGSV 2021 Hinweise für die Lagerung von tauenden Streustoffen für den Winterdienst, die sogenannte HLaStreu herausgegeben. Das Papier soll den Betrieben Hilfestellung zur Bemessung von Streustofflagern, zur Auswahl des richtigen Systems (Halle / Silo) und zur Konstruktion und Planung der Lagerstätten, hierbei immer betreffend die Lagerung der Feststoffe und die Aufbereitung und Lagerung von Salzlösungen, geben. Für die Bemessung der benötigten Streusalzlagerkapazität bietet außerdem die „Richtlinie für die Dimensionierung von Tausalzlagern Ri-TauSALA aus dem Jahr 2019 (siehe Kastentext) eine Kalkulationshilfe.

Für die Bauhöfe kleiner Gemeinden mit einem geringen Durchschnittsverbrauch kann die Streusalzbeschaffung in Form von Sackware, die betriebswirtschaftlich sinnvollste Entscheidung sein. Paletten mit Sackware lassen sich problemlos in einer vorhandenen Garage oder einem Schuppen lagern. Auch eine aufwendige Fördertechnik ist nicht zwingend erforderlich. Allerdings sind aus Gründen der Arbeitssicherheit und Arbeitsergonomie auch hier eine Beladung von Hand nicht empfehlenswert.  

In Straßen- sowie Autobahnmeistereien mit hohem Salzdurchsatz hat auch die Salzhalle nach wie vor ihre Berechtigung.

Ihr wichtigster Vorteil: Das Streusalz kann per Kipper angeliefert und einfach in der Salzhalle abgekippt werden. Die Verladung auf die Streufahrzeuge erfolgt vielfach mit mobilen Förderbändern oder Radladern. Mit Hilfe einer speziellen Fördertechnik kann das Streusalz auch von der Halle in Silos befördert werden.  Aus Holz gefertigt, hält eine Salzhalle der vorhandenen Salzatmosphäre lange stand. Anders sieht es bei massiv errichteten Gebäuden aus. Hier setzt der hohe Salzgehalt in der Umgebungsluft den Bauten stark zu.

Neue Salzsilos auf dem Bauhof Feldberg
Die Gemeinde Feldberg hat zum Winter 24/25 drei neue GFK-Silos als mobile Anlagen in Betrieb genommen. Zwei Silo stehen direkt auf dem Bauhof der Gemeinde. (Foto: Dörflinger)

Bei Neubau wird immer öfter auf Salzsilos gesetzt

Salzilos werden in der Regel aus Holz oder glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) gefertigt. Aufgrund der konstruktiven Möglichkeiten des Holzbaus sind Holzsilos mit einer Kapazität von bis zu 1.200 m³darstellbar. Das Schweizer Holzbauunternehmen Blumer Lehmann besteht seit 1875 und hat bis heute aus Holz innovative Baulösungen entwickelt. Dazu gehören auch Silos. „Der nachwachsende Baustoff Holz eignet sich hervorragend, um Salz und andere Schüttgüter wie Kaffee und Getreide zu lagern. Es erzeugt keine Hitze, somit entsteht kein Kondenswasser im Silo“, erklärt Jakob Frischknecht, Geschäftsführer Silo- und Anlagenbau sowie Mitglied der Unternehmensleitung bei Blumer Lehmann. Ein weiterer Vorteil sei der natürliche Schutz vor Korrosion. Zudem ist Holz ein natürlicher UV-beständiger Werkstoff. Ein gelungenes Beispiel für die Möglichkeiten von Holz als Werkstoff für Hochsilos befindet sich in Bern. Direkt neben dem Wankdorf-Stadium entstanden drei Holzsilos mit je 900 m³ Lagervolumen. Die Befüllung mit Salz erfolgt mittels einer Hopperförderanlage, welche eine Förderleistung von bis zu 50 t/h erreicht. Dies ermöglicht eine Anlieferung per Lkw mit Kippaufbau. Die Entnahme des Salzes in die Streufahrzeuge erfolgt vollautomatisch aus der Fahrzeugkabine.

Sollen die Salzsilos auch hohen architektonischen Ansprüchen gerecht werden, biete der Werkstoff Holz ebenfalls eine Fülle von Möglichkeiten. Nachteil gegenüber GFK-Lösungen, die ebenfalls von dem Schweizer Unternehmen angeboten werden, ist der höhere Preis. Die Lagerkapazitäten von GFK-Silos sind allerdings geringer als die von Holzsilos. Mit dem Kunststoff lassen sich Silos bis etwa 300 m³realisieren. Verfügbar sind am Markt sowohl ortsfeste Silos und mobile Silos. Letztere werden lediglich mit Fundamentsätzen am Boden verankert, während die ortsfesten Silos über klassische Betonfundamente verfügen. Für beide Varianten stehen eine Vielzahl an Durchfahrtshöhen und Durchfahrtsbreiten zur Verfügung.

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