Stadtreinigung: Taubenkot
Gebäudeschäden, Gesundheitsrisiken und hohe Reinigungskosten: Tauben sind ein Dauerthema in jeder Kommune. Was ist bei der Reinigung zu beachten? Darüber haben wir mit Schädlingsbekämpferin und Dozentin Annika Storck gesprochen.
Warum muss Taubenkot beseitigt werden?
Taubenkot ist ein biologischer Gefahrstoff. Für gesunde Menschen ist das Risiko geringer als für immungeschwächte Personen, Asthmatiker oder ältere Menschen, aber er kann durchaus gefährlich werden. Der Kot enthält Krankheitserreger, die über Partikel eingeatmet werden oder in die Schleimhäute gelangen können. Hinzu kommt die stark ätzende Wirkung: Kot greift Stein, Metall und Lack an. Letzteres ist gerade in Parkhäusern ein Problem, weil Fahrzeuge beschädigt werden.
Wie sieht eine fachgerechte Reinigung aus?
Grundsätzlich unterschieden wird zwischen Trocken- und Nassreinigung. Bei der Trockenreinigung wird Kot abgekratzt oder abgefegt, was allerdings große Mengen Staub freisetzt. Dieser Staub ist, wie bereits erwähnt, gesundheitsgefährdend. Deshalb ist diese Methode problematisch. Sicherer ist die Nassreinigung mit Hochdruckreinigern. Dabei wird der Kot aufgeweicht, der Staub gebunden und die Belastung minimiert. In vielen Fällen wird zuvor ein Desinfektionsmittel eingesetzt, um Keime abzutöten. Diese Vorgehensweise ist wesentlich hygienischer und schont auch die Gesundheit der Beschäftigten.
Welche Schutzmaßnahmen sind für Mitarbeitende notwendig?
Bei jeder Reinigung müssen Schutzanzüge, Handschuhe und Atemmasken getragen werden. Auch wenn Nassreinigung die Staubbelastung reduziert, können Aerosole entstehen, die ebenfalls Krankheitserreger enthalten. Ein ausreichender Atemschutz ist deshalb unverzichtbar. Bauhofmitarbeitende sollten außerdem geschult sein, um die Risiken richtig einzuschätzen.
Und wie wird die Öffentlichkeit bei solchen Arbeiten geschützt?
Reinigungen dürfen nicht einfach im laufenden Betrieb stattfinden. Die Bereiche müssen abgesperrt werden, um Passanten vor Staub, Spritzwasser oder Desinfektionsmitteln zu schützen. Am besten werden solche Arbeiten in Zeiten mit wenig Publikumsverkehr durchgeführt, also nachts oder in den frühen Morgenstunden.
Was passiert, wenn Mitarbeiter bei der Reinigung auf Nester oder Jungtiere stoßen?
Sobald ein Ei gelegt ist, gilt das nestrechtlich als geschützt. Das Nest darf dann nicht entfernt werden. Die Jungtiere müssen erst ausgeflogen sein, bevor bauliche Maßnahmen umgesetzt werden dürfen. In der Zwischenzeit dokumentieren Fachfirmen oder Tierschutzvereine den Zustand, tauschen gegebenenfalls Eier gegen Gipseier aus und geben das Signal, wenn ein Eingriff erlaubt ist. Wer diese Vorgaben missachtet, riskiert nicht nur rechtliche Konsequenzen, sondern auch Empörung in der Öffentlichkeit. Immer wieder kommt es vor, dass Bürger tote oder eingesperrte Tiere melden und Feuerwehr oder Polizei einschreiten müssen.
Die Fragen stellte Carmen Carl, Redaktion KommunalTechnik
Welche wirksamen Methoden es gibt, um die Taubenpopulation und die damit verbundenen Schäden einzudämmen, lesen Sie in unserem "Spezial Schädlingsbekäpfung" in derKommunalTechnik Ausgabe 5/2025.