Dezentrales Regenwasser-Sammelsystem für die Stadtgrün-Bewässerung
Das System des mittelhessischen Unternehmens Pluvara basiert auf einem Trichteraufsatz, der auf handelsübliche IBC-Container mit je 1.000 l Fassungsvermögen montiert wird. Die Sammelfläche des Trichters beträgt 3,15 m². Mehrere Einheiten lassen sich modular verbinden. Je nach Region und Niederschlagsmenge können pro Trichter bis zu 3.000 l Regenwasser im Jahr aufgefangen werden. Eine bestehende Wasserinfrastruktur ist dafür nicht erforderlich.
Im Pilotprojekt wurde eine Einheit nahe einem neugepflanzten Apfelbaum positioniert und mit einer automatischen Unterflurbewässerung kombiniert. Das gespeicherte Regenwasser wird über ein Schlauchsystem bedarfsgerecht an den Baum abgegeben. Gartenamtsleiter Ludwig Wiemer beziffert den bisherigen manuellen Aufwand: „Im Normalfall müssten städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Trockenphasen bis zu zwei Mal in der Woche für die Wasserversorgung sorgen." Mit dem automatisierten System entfällt dieser Aufwand weitgehend. Pro Container können nach Angaben des Unternehmens bis zu fünf neugepflanzte Bäume autark versorgt werden – relevant vor allem in den ersten fünf Jahren nach der Pflanzung, bis die Bäume sich selbst ausreichend versorgen können.
Einsatzlogik und kommunale Relevanz
Der dezentrale Ansatz ermöglicht es, Regensammler an strategisch sinnvollen Standorten im Stadtgebiet aufzustellen. Bauhofmitarbeitende oder beauftragte Dienstleister können das gespeicherte Wasser direkt vor Ort entnehmen, ohne Fahrten zu zentralen Wasserentnahmestellen. Stadträtin Gerda Weigel Greilich formuliert das Projektziel entsprechend nüchtern: „Mit dem Pilotprojekt wollen wir prüfen, wie sich Regenwasser künftig noch gezielter und effizienter für die Pflege des Stadtgrüns nutzen lässt."
Ziel des Pilotprojekts ist es, Erkenntnisse über die Alltagstauglichkeit, erreichbare Wassermengen und mögliche Einsparungen bei Betriebskosten und Trinkwasserverbrauch zu gewinnen. Ob und in welchem Umfang sich das System im kommunalen Regelbetrieb bewährt, wird sich im weiteren Projektverlauf zeigen.
msc/pluvara.de