Energiewende am Entsorgungszentrum

Die AWA vernetzt am Entsorgungszentrum Warden Photovoltaik, Speicher und Ladeinfrastruktur zu einem intelligenten Energiesystem der Zukunft.
Das EZ Warden mit PV-Anlagen auf den Dächern
Das EZ Warden mit PV-Anlagen auf den Dächern (Foto: AWA)

Die AWA Entsorgung GmbH treibt die Energiewende am Entsorgungszentrum Warden konsequent voran. Mit einem integrierten Energiekonzept werden Photovoltaik, Deponiegas-Blockheizkraftwerk, Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur sowie elektrische Fahrzeuge und Arbeitsmaschinen zu einem intelligenten Gesamtsystem vernetzt. Ziel ist es, Energie möglichst effizient vor Ort zu erzeugen, zu speichern und genau dann bereitzustellen, wenn sie benötigt wird.

„Die besondere Stärke liegt nicht in einer einzelnen Anlage, sondern im Zusammenspiel: Wir erzeugen Energie vor Ort, speichern sie, begrenzen Lastspitzen und stellen sie genau dann bereit, wenn unsere Fahrzeuge und Arbeitsmaschinen sie benötigen“, erklärt Projektleiter Oliver Bode.

Eigene Energie für Fahrzeuge, Maschinen und Anlagen

Die Basis des Systems bilden Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von rund 1,4 Megawattpeak auf den Dächern des Standorts. Sie erzeugen jährlich etwa 1,3 Millionen Kilowattstunden Strom. Ergänzt werden sie durch ein Blockheizkraftwerk, das das auf der Deponie entstehende Gas energetisch nutzt und zusätzliche 250 Kilowatt elektrische Leistung bereitstellt.

Teamfoto
v. l.: Susanne Lo Cicero-Marenberg (Technische Dezernentin der StädteRegion Aachen), Tim Krämer (Bürgermeister der Stadt Alsdorf), Heiko Thomas (Beigeordneter der Stadt Aachen), Simon Winkelhage (Voltfang GmbH), Dr. Ralf Nolten (Landrat des Kreises Düren), Achim Blindert (Allgemeiner Vertreter des Landrates des Kreises Euskirchen), Maren Killewald (Geschäftsführerin der AWA Entsorgung GmbH), Oliver Bode (Projektleiter) (Foto: AWA)

Ein Batteriespeicher mit 540 Kilowattstunden Kapazität sorgt dafür, dass erzeugter Strom zeitversetzt genutzt werden kann. Gleichzeitig gleicht er Leistungsspitzen aus und stabilisiert die Energieversorgung. Über die Ladeinfrastruktur mit bis zu 400 Kilowatt Ladeleistung können bereits heute schwere Nutzfahrzeuge, Baumaschinen und Arbeitsgeräte mit selbst erzeugter Energie versorgt werden. Das öffentliche Stromnetz bleibt als zusätzliche Energiequelle und zur Absicherung des Betriebs eingebunden.

Geschäftsführerin Maren Killewald betont: „Als kommunales Unternehmen denken wir Entsorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz gemeinsam. In Warden schaffen wir eine Infrastruktur, die uns unabhängiger von fossilen Energieträgern macht und unseren Betrieb Schritt für Schritt zukunftsfähiger aufstellt.“

Elektrifizierung als ganzheitlicher Ansatz

Das Projekt zeigt, dass die Elektrifizierung nicht erst beim Fahrzeug beginnt. Entscheidend ist eine Infrastruktur, die Energieerzeugung, Speicherung, Ladeleistung und betriebliche Abläufe intelligent miteinander verknüpft. Seit 2025 verfügt die AWA zudem über ein nach DIN EN ISO 50001 zertifiziertes Energiemanagementsystem. Damit werden Energieverbräuche systematisch erfasst, Einsparpotenziale identifiziert und Maßnahmen kontinuierlich weiterentwickelt.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen das Potenzial dieses Ansatzes. Die Treibhausgasbilanz der AWA lag 2025 bei rund 2.113 Tonnen CO₂-Äquivalenten. Ohne die Nutzung von Deponie- und Biogas sowie weitere Klimaschutzmaßnahmen wären es etwa 3.681 Tonnen gewesen. Bis 2030 soll der Ausstoß auf rund 957 Tonnen CO₂-Äquivalente sinken.

Simon Winkelhage (Voltfang) erklärt den Speicher (Foto: AWA)

Besonders deutlich werden die Vorteile bei elektrisch betriebenen Maschinen. Ein E-Bagger benötigt rund 54 Prozent weniger Antriebsenergie als ein vergleichbares Dieselmodell. Werden die Maschinen mit selbst erzeugtem regenerativem Strom geladen, lassen sich die Treibhausgasemissionen um bis zu 91 Prozent reduzieren. Bei elektrischen Sattelzugmaschinen sind sogar Einsparungen von bis zu 93 Prozent möglich.

Modell für kommunale Betriebshöfe

Nach Ansicht der AWA besitzt das Konzept Vorbildcharakter für andere kommunale Entsorgungs- und Betriebshöfe. Viele Standorte verfügen über große Dachflächen, eigene Energiequellen und planbare Fahrzeugeinsätze. Werden diese Potenziale frühzeitig miteinander verknüpft, können Eigenversorgung, Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz gleichzeitig verbessert werden.

Mit dem Energiekonzept in Warden zeigt die AWA, wie kommunale Unternehmen die Transformation hin zu einer klimafreundlicheren und zugleich wirtschaftlichen Energieversorgung aktiv gestalten können. Der Standort entwickelt sich damit zu einem Beispiel dafür, wie lokale Energieerzeugung und die Elektrifizierung von Fahrzeugen und Maschinen erfolgreich zusammenwirken.

AWA/cca