Pflege-Kur für wassergebundene Wege

Die Pflege wassergebundener Wege ist nicht so aufwendig wie oft angenommen. Wir haben den Planierhobel PH 130 Mini von HK bei der Arbeit angeschaut.
Foto: Jens Noordhof

Wassergebundene Wege gibt es in Städten und Gemeinden viele. Die genaue Länge lässt sich mangels einheitlicher und zentraler Datenbasis nur schwer abschätzen, aber wenn man jeder der gut 11.000 deutschen Kommunen im Durchschnitt 10 km „Grindwege“ zurechnen würde, wäre die Marke von 100.000 km schon überschritten. Besonders die ländlichen Flächengemeinden verfügen teils jedoch über erheblich längere Strecken klassischer land- und forstwirtschaftlicher Wege. Diese werden zwar in der Regel einen einfacheren Aufbau besitzen und anders gepflegt werden als Parkwege. Aber sie ergeben in Summe vermutlich zusätzlich einige hunderttausend Kilometer Länge. Kurzum: Wassergebundene Wege sind ein erheblicher Teil des Gesamtwegenetzes - und damit für die Baubetriebshöfe ein wesentlicher Teil des Aufgabenspektrums.

Foto: Jens Noordhof

Vorteile bei regelmäßiger Pflege

Die Vorteile dieser Wegeart sind vor allem in den vergleichsweise geringen Baukosten und in guter Niederschlagsversickerung bzw. einem in Relation zu Asphaltbelägen geringen Abflussbeiwert zu sehen. Dies gilt jedoch nur bei regelmäßiger Pflege, denn besonders in hängigem Gelände kann Wassererosion zu erheblichen Schäden und damit zu Beeinträchtigungen der Nutzung oder gar zu Sicherheitsrisiken führen. Doch selbst weitgehend ebene Flächen bedürfen einer regelmäßigen Instandsetzung. Je nach Nutzungsintensität und vorhandenen Schäden kann das auf Pflege-Rhythmen zwischen einem und drei Jahren hinauslaufen. Die Realität sieht jedoch oft genug anders aus: So mancher Park- oder Radweg wird schon mal sechs bis acht Jahre lang nicht „angefasst“, die dünne Deckschicht „verläuft“ sich buchstäblich durch die Nutzung in den Seitenraum, die Ausgleichsschicht wird angegriffen oder teilweise hart wie Beton, und in kurzer Zeit wächst der Weg von den Rändern her mit Gras zu.

Fehlende und unpassende Technik?

Die Ursachen für ausgeprägte Extensivpflege sind so bekannt wie zweifelsfrei: Kosten, Personalknappheit und/oder durchaus auch fehlende bzw. unpassende Technik. Geräte zur Unterhaltung dieser Wegekategorie gibt es durchaus, wobei die Recherche zeigt, dass es sich bei marktgängigen Angeboten vorzugsweise um Lösungen für breitere land- und forstwirtschaftliche Wege handelt. Doch was ist zum Beispiel mit den schmaleren Wegen in Parks? Hier sind größere Grader oder Fräsen meist keine Alternative. Auch Optionen wie Traktor mit Kreiselegge oder der Einsatz eines Baggers kommen selten(er) in Betracht.

Interessant erschienen der Redaktion deshalb die Planierhobel-Serie PH des Herstellers „HK“ aus dem schleswig-holsteinischen Tremsbüttel, dessen Produkte in Deutschland über die Werksvertretung Tiedemann vermarktet werden. Die Serie besteht aus mehreren Baureihen angebauter beziehungsweise aufgesattelter, gezogener Modelle. Verfügbare Arbeitsbreiten sind, je nach Modell, zwischen 100 und 265 cm. Aus der Baureihe „Mini“ konnte die Redaktion das mit 130 cm Arbeitsbreite mittlere Gerät im Rahmen einer Vorführung genauer beobachten. Ort des Geschehens waren wassergebundene Rad- und Gehwege in der niedersächsischen Stadt Celle, sowohl im Schlosspark als auch in einem Wohngebiet in Stadtrandlage. Sie eigneten sich aufgrund des eingangs beschriebenen Verschleißes und einer länger zurückliegenden Aufarbeitung, um den PH 130 Mini auf Herz und Nieren zu testen.

Foto: Jens Noordhof

Mehrere Funktionen

Zuerst einige Worte zu Grundaufbau und Funktionsweise des Gerätes. Es wird am Heck-Dreipunkt des Schleppers angebaut. Dank seines Eigengewichtes von 400 kg ist der Einsatz mit Kompaktschleppern in der Leistungsklasse ab 26 kW bzw. 35 PS möglich. Der Namensbestandteil „Hobel“ ist jedoch etwas irreführend, da die Modelle dieser Serie aufgrund ihrer technischen Ausstattung mehrere Arbeitsschritte in sich vereinen. So erfüllt der U-förmige Rahmen mit seinen Hardox-Schürfleisten an den beiden Seiten und hinten die Funktion des Hobelns.

Das optional lieferbare, sowohl klapp- als auch höhenverstellbare Verteilerschild ist schräg im Gerätekasten aufgehängt und dient beim Materialeinbau der gleichmäßigen Verteilung und dem Aufbau eines Dachprofils. Ebenfalls optional ist die hinter dem Rahmen angebrachte und mit Hartmetallmeißeln ausgestattete Aufreißerschiene. Sie kann die bestehende, meist verhärtete Deckschicht lockern und so die Voraussetzung zur Egalisierung mit vorhandenem Material bieten. Last but not least trägt die hinten montierte, höhenverstell- bzw. hochklappbare Walze nicht nur das Gerät während des Arbeitsschrittes Neuaufbau, sondern sorgt für finale statische Verdichtung der Oberfläche.

Kampf dem Grün

Zur eingangs geschilderten Ausgangssituation vieler Rad- und Gehwege gehört, dass sie von den Rändern her mehr oder weniger von Gras und Beikräutern überwuchert werden. Exakt so ein Beispiel eines eher extensiv genutzten Weges in einem Wohngebiet hatten die Verantwortlichen des Celler Grünflächenamtes bewusst ausgesucht, um die Arbeitsweise des PH 130 während dieser Vorführung unter die Lupe zu nehmen. Somit bestand bei der beabsichtigten Aufarbeitung der erste Arbeitsschritt darin, dieses Grünmaterial zu entfernen. Dazu zeigten sich die Schürfleisten an sich als gut geeignet. Da eingelaufene Wege generell nicht völlig plan sind, musste der Planierhobel für diese Aufgabe seitlich etwas geneigt werden. Dies gelang durch Anpassung eines Unterlenkers sowie durch Schrägstellen der Walze mittels der Kurbeln.

Planierhobel seitenverstellbar

Sind Kantensteine vorhanden, wie im Fall der Celler Testwege, sollte der Fahrer darauf achten, mit den Schürfleisten möglichst nicht an den Steinen „festzuhaken“. Dies kann vom Handling her anfangs durchaus etwas kniffelig werden, wenn – unter allem Grün – die Wegoberfläche niedriger als das der Kantensteine ist. Aber mit etwas Routine beim Einsatz des Gerätes gelingt dies letztlich doch gut. Hilfreich gerade bei diesem Arbeitsschritt ist die Seitenverstellbarkeit des Planierhobels. Nebenbei bemerkt: Besagte Eingewöhnung des Fahrers im Umgang mit dem PH 130 Mini gelang in Celle zügig, und der eingesetzte Traktor kam gut mit Gewicht und Dimension des Hobels zurecht. Zwar nicht komplett im ersten Durchgang, aber spätestens bei der zweiten Überfahrt der Teststrecke waren die Ränder frei von Grün.
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Jens Noordhof,
Redaktion KommunalTechnik


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