Isernhagen testet Lichtsteuerung

Die Gemeinde Isernhagen saniert seit 2007 ihre Straßenbeleuchtung. Aktuell läuft ein Pilotprojekt zur ereignisabhängigen Lichtsteuerung.

Um 2015 fiel in vielen Kommunen der Startschuss für die LED-Technik in der Straßenbeleuchtung. Laut dem Bundesverband Straßenbeleuchtung und Infrastruktur wird oftmals der Weg der schrittweisen Umrüstung gewählt, so dass wir bundesweit noch fern von 100 % Umrüstungsgrad sind. Das spiegelt auch unsere aktuelle KT-Umfrage wider. Die Vorteile der LED-Technik überwiegen und sie eröffnet neue Möglichkeiten im Lichtmanagement, wie das Beispiel aus Isernhagen zeigt:

Christian Kreuzkamp, seit 2020 Leiter der Tiefbauabteilung im Bau- und Planungsamt Isernhagen, verantwortet in der Gemeinde Isernhagen nördlich von Hannover u.a. die Straßenbeleuchtung. (Foto: Gemeinde Isernhagen)

Bau- und Planungsamt Isernhagen: Pilotprojekt Lichtsteuerung

Christian Kreuzkamp, seit 2020 Leiter der Tiefbauabteilung im Bau- und Planungsamt Isernhagen, kümmert sich in der 24.300 Einwohner-Gemeinde nördlich von Hannover um die Straßenbeleuchtung. „Die Unterhaltung der Straßenbeleuchtung liegt seit Jahren in den Händen unseres Service-Partners Avacon aus Burgwedel. Er kümmert sich um die 3294 Leuchten (Stand Juni 2021) in unserem Gemeindegebiet“, erklärt Christian Kreuzkamp. Der größere Teil der Leuchten sei bereits auf LED umgerüstet. Rund 1300 Beleuchtungsanlagen stehe dies noch bevor, solle aber voraussichtlich in den nächsten sieben Jahren abgeschlossen sein.

So richtig los ging es in Isernhagen mit dieser Technik 2014 nach einer Bemusterung verschiedener LED-Leuchtenköpfe. Die Wahl fiel damals auf die Phillips Kofferleuchte, die mit einer Lebenserwartung von 15 Jahren verbaut wurde. „Bei der Bemusterung waren vor allem Wartungsfreundlichkeit, Energieeffizienz und Themen wie Haptik und Dichtigkeit wichtig. Lichtverschmutzung und Insekten spielten kaum eine Rolle“, erklärt der Abteilungsleiter. Das sei heute anders, weshalb dieses Thema in Zukunft mehr Berücksichtigung finden soll.

Auf die Phillips Kofferleuchte folgten mehrere Generationen von LED-Leuchten. Heute werden in Isernhagen die Philips Mini und Micro Luma gen² verbaut. „Mit jedem Jahr der Umrüstung der Leuchtenköpfe sank unser Energieverbrauch weiter. Seit 2009 hat er sich von 1,28 Mio. kWh auf heute 516.000 kWh verringert“, verdeutlicht Christian Kreuzkamp die Hauptvorteile der LED-Technik und ergänzt: „Insgesamt konnten durch das Sanierungskonzept bisher 12,26 Mio. kWh Strom eingespart werden. Das entspricht dem Jahresverbrauch von über 3000 Einfamilienhäusern.“

LED-Leuchten sind heute im öffentlichen wie privaten Raum Stand der Technik und akzeptiert. Das sei nicht immer so gewesen, sagt er: „Die Akzeptanz der Bürger war in den ersten Jahren die größte Herausforderung. Damals hatten die Menschen regelrecht Angst vor LED-Licht. Außerdem konnte man es noch nicht so gezielt und einfach lenken wie heute.“

Mit Spannung verfolgt er aktuell ein Pilotprojekt zur ereignisabhängigen Lichtsteuerung eines Straßenzugs im Zentrum Isernhagens. Dabei sind die Lampen mit einem Grundniveau ohne Verkehr von 20 % Lichtleistung voreingestellt und erhöhen diese nur, sobald Fußgänger, Fahrrad- oder Autofahrer die Straße passieren. Dafür verfügen sie neben Bewegungssensoren über Funktechnik, die das Signal an die nächste Leuchte in Bewegungsrichtung weitergibt. Das Licht begleitet also den Verkehrsteilnehmer während die anderen Straßenbereiche im „Dunkeln“ bleiben. In der vernetzten intelligenten Lichtsteuerung sieht Christian Kreuzkamp die Zukunft.

Text: Anne Ehnts, Redaktion KommunalTechnik

Dieser Beitrag ist Teil einer Umfrage in der KommunalTechnik Ausgabe 6/21. Wenn Sie wissen möchten, wie weitere Gemeinden mit dem Thema Straßenbeleuchtung umgehen, bestellen Sie sich hier die Ausgabe.
 

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