KT-PraxisTest: Zero-Turn-Mäher von John Deere

Sind Zero-Turn-Mäher auch für den anspruchsvollen Kommunaleinsatz geeignet? Wir haben den Z994R von John Deere in den KT-PraxisTest geschickt.
Der Baubetriebshof Göttingen testete den Z994R 14 Tage lang im Praxiseinsatz.

Die Einwohner wollen es gepflegt, die Kämmerer möglichst günstig und die Bauhofleiter maximal zuverlässig! Wenn es um die Pflege kommunaler Grünflächen geht, muss sich die Mähtechnik verschiedenen Herausforderungen stellen. Je nach Mäh- und Fahrwerkskonzept funktioniert das unterschiedlich gut. Ein Konzept, das den Rangieraufwand beim Mähen auf ein Minimum reduziert, sind die Zero-Turn-Mäher. Nahezu alle Anbieter haben diese Null-Wendekreis-Mäher im Portfolio. So auch John Deere. Der Land- und Kommunaltechnikhersteller hat mit dem Z994R und Z997R gleich zwei Zero-Turn-Mäher für den professionellen Einsatz im Programm. Einen der beiden, den Z994R, hat jetzt der Baubetriebshof Göttingen für uns in einem 14-tägigen KT-Praxistest unter die Lupe genommen. Zur Verfügung gestellt wurde die Testmaschine von John-Deere Deutschland über seinen Händler Agrarmarkt Deppe.

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Die Schnitthöhe kann zwischen 2,5 und 14 cm eingestellt werden.

Maximale Wendigkeit

Wichtigste Eigenschaft so genannter Zero-Turn-Mäher ist ihre maximale Wendigkeit. Auch der Z994R kann seines hydrostatischen Antriebs der Stelle oder, präziser formuliert, auf der Hinterachse drehen. Gelenkt wird mit Hilfe von zwei Hebeln, die jeweils eines der Antriebsräder ansteuern. Wird einer der Hebel nach vorn gedrückt und der anderen nach hinten gezogen, drehen sich beide Antriebsräder in unterschiedliche Richtungen und der Mäher dreht auf der Stelle. Unter beengten Arbeitsbedingungen, wie wir sie sehr häufig im Straßenbegleitgrün vorfinden, eine echte Arbeitserleichterung. Aber auch in vielen anderen alltäglichen Mähsituationen, wie dem Mähen rund um Bäume, Spielgeräte oder Parkbänke spielt dieses Lenkkonzept seine Vorteile aus. Und diese Vorteile können durchaus signifikant sein. Der Hersteller John Deere spricht durch das Wegfallen zeitaufwendigen Rangierens von einem Zeitgewinn, der die produktive Mähzeit um bis zu 20 % steigert.  Bei unseren Testern ist das Zero-Turn-Konzept sehr positiv angekommen. Auch weil ständiges Zurücksetzen mit dem Mäher ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit vom Fahrer erfordert. Und den ganzen Tag den Hals zu verrenken, ist auf Dauer anstrengend.

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Der luftlose Michelin-X –Tweel-Turf-Reifen soll mindestens dreimal länger als Pneumatikreifen halten.

Traktionsstarke Spezialbereifung

Ist das Gras feucht oder muss in Hanglagen gemäht werden, wird das Traktionsthema relevant. Hier konnte der Z994R bei unseren Testern ebenfalls punkten. Der Grund dafür ist eine Option, die, wie eingangs erwähnt, maßgeblich zur Optik der Maschine beiträgt. Die Rede ist von der luftlosen Michelin-X –Tweel-Turf-Bereifung, mit der der Testmäher ausgestattet war. „Selbst über Hindernisse wie Bordsteinkanten fährt der Mäher Problemlos hinweg,“ lobt Gerd Ditzell. Und das ausgesprochen komfortabel, da das spezielle Lamellenprofil Hindernisse wegdämpft. Möglich wird das durch die Felgen, die aus einem speziellen Kunststoff bestehen, der an Hindernissen nachgibt, anschließend aber seine normale Form wiedererhält. Auf diesen Felgen ist das Reifenprofil als Laufstreifen aufgelegt. Die Reifen sind gegen scharfe Gegenstände immun, und traktionsstark. Herstellerangaben zu Folge sollen sie mindestens dreimal länger als herkömmliche Pneumatikreifen halten. Die Reifen bieten einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sie sorgen für einen gleichmäßigen Schnitt. Ein ungleichmäßiger Reifendruck kann durch Schiefstellung des Mähwerks einen ungleichmäßigen Schnitt verursachen. Da für diese Bereifung kein Luftdruck benötigt wird, kann dieses Problem gar nicht erst auftreten 

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Fazit: Der Z994R von John Deere hat im KT-PraxisTest auf ganzer Linie überzeugt. Die Noten, die die Bauhofmitarbeiter für die Maschine vergeben haben, lagen überwiegend im guten bis sehr guten Bereich. Lediglich die Sichteinschränkung durch den StVO-Kit hat den positiven Gesamteindruck leicht getrübt. Die Performance der wartungsfreundlichen Maschine stimmt, das Handling ist unkompliziert. Und es gibt einen weiteren positiven Aspekt, den dieser Test zu Tage gefördert hat: Unsere Tester vom Baubetriebshof Göttingen sind zwar mit Blick auf die Grünflächenpflege erfahrene Profis, die schon fast alles gefahren haben, was es an Mähtechnik gibt, aber auch ihnen stand der Fahrspaß mit dem Mäh-Go-Kart von John Deere deutlich ins Gesicht geschrieben. Da sage noch einer, dass Arbeit keinen Spaß macht!

Stephan Keppler, Redaktion KommunalTechnik
Fotos: Keppler

Dieser Text erscheint in voller Länge und inklusive ausführlicher Testtabelle in der KommunalTechnik Ausgabe 6/2019.

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