Ausprobiert: Einachs-Geräteträger TerraTec Ibex G2-P

Einachs-Geräteträger eignen sich fürs Mähen extensiver Flächen - egal, ob mit Messerbalken oder Mulcher. Wir haben den TerraTec Ibex G2-P ausprobiert.

TerraTec ist ein vergleichsweise junges Unternehmen, gegründet im Jahr 2013 vom Konstrukteur Lukas Schrottenbaum. Entwickelt und produziert werden die Geräte in Schruns im Montafon. Also mitten in den Bergen. Und dort sind sie eigentlich auch zu Hause. Vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden in der Landwirtschaft nicht unerhebliche Stückzahlen abgesetzt. Dabei ist der Markt von Anbieterseite recht überschaubar, das grundsätzliche Konstruktionsprinzip bewährt. Aber Lukas Schrottenbaum ist es gelungen, sich mit dem Ibex deutlich vom Wettbewerb abzuheben. Zum einen setzt er voll auf eine verschiebbare Achse. Diese hat große Vorteile, wenn mit unterschiedlichen Anbaugeräten gearbeitet wird. Denn egal, ob mit einem leichten Doppelmesserbalken-Mähwerk oder mit einem schweren Mulcher, der Schwerpunkt des Ibex kann immer so angepasst werden, dass das Gerät einfach manövriert und mit wenig Druck auf den Holm auch über Hindernisse, wie Steine oder Baumstümpfe gehoben werden kann. Außerdem kann durch so das berüchtigte „Männchen-machen“ bei Bergauffahrt in extrem steilem Gelände verhindert werden. Das Ganze geschieht per Knopfdruck mit dem linken Daumen auch während der Fahrt, der Verstellweg beträgt 350 mm. Von ganz hinten nach ganz vorne dauert das Verfahren rund 7 sec.

Angetrieben wird der Ibex G2 von einem elektronisch eingespritzten B&S Vanguard-Zweizylinder-Motor mit einer Leistung von 23 PS und einem Hubraum von 627 ccm. Die Hydraulik arbeitet mit einer Dreifach-Axialkolbenverstellpumpe. Sie treibt das Arbeitsgerät und die beiden Räder rechts und links an. Außerdem gibt es noch drei weitere Pumpen, unter anderem für die Zusatzhydraulik. Letztere kann beispielsweise dafür verwendet werden, den Dom einer Schneefräse zu drehen. Für elektrische Funktionen bei Anbaugeräten befindet sich vorne eine sechs-polige Steckdose.

Einfache Bedienung
Besonders gut gefallen hat uns das Bedienkonzept. Gestartet wird der Motor elektrisch. Mit der rechten Hand wird über einen Drehhebel gelenkt. Die Fahrgeschwindigkeit wird über ein Daumenrad geregelt. An der Unterseite befindet sich ein Taster der gedrückt werden muss, damit die Maschine rückwärtsfährt. Wird er zweimal kurz gedrückt, fährt der Einachser wieder vorwärts. Und zwar mit der vorher eingestellten Geschwindigkeit. Wird der Totmannschalter am Griff losgelassen, steht die Maschine sofort, der Antrieb für die Anbaugeräte wird automatisch ausgeschaltet. Dabei schwenkt die Pumpe in ihre Neutralposition, was bewirkt, dass die Räder blockiert sind. Im Steilhang kann das vor schweren Unfällen bewahren. Muss der Mäher doch einmal geborgen werden, kann die Bremse manuell gelöst werden.
Der Clou aber sind die drei Dreh-Potenziometer, mit denen Motordrehzahl, die Drehzahl des Anbaugerätes geregelt sowie die maximale Fahrgeschwindigkeit begrenzt wird. Gerade letzteres ist klasse, weil man dadurch den Ibex in jeder Situation feinfühlig, aber mit vollem Drehmoment steuern kann. Besonders deutlich wird das beim Ankuppeln von Geräten über den Dreipunkt-Anbaubock.

Drei Betriebsarten
Die Drehregler sind sehr einfach zu bedienen, auch während der Fahrt. Die Arbeitshydraulik wird über einen Schalter aktiviert. Es gibt drei Modi: In Betriebsart 1 kann die Drehrichtung des Arbeitsgerätes über einen weiteren Taster am rechten Handgriff verändert werden. Dies benötigt man etwa bei speziellen Schwadern, wie dem Hill-Rake. Meist ist man aber in Betriebsart 2 unterwegs. Hier laufen die Werkzeuge immer rechts herum. Betriebsart 3 ist die Position für maximale Hydraulikleistung, wie sie beim Mulchen oder der Arbeit mit Schneefräsen nötig ist. Übrigens hat der Ibex keinen separaten Ölkühler. Dass die Hydraulik trotzdem nicht überhitzt, dafür sorgt ein schlangenförmiges Rohr. Das ist eine einfache, aber effiziente Lösung.
Unser Ibex war mit der neuen LS-Grip-Bereifung ausgerüstet, die TerraTec im letzten Jahr vorgestellt hat. Wir hatten die Variante mit Stahlspitzen als Zwillingsreifen. Sie hat uns, was Traktion, Grip bei Hangneigung und Laufruhe angeht, voll überzeugt. Besonders deutlich werden die Vorteile bei Hindernissen, wie Felsplatten oder Baumstümpfen. Der Reifen federt etwas ein, die Traktion bleibt erhalten. Und vor allem kommt es weniger zu ruckartigen Bewegungen am Holm, wie bei anderen Bereifungen, wenn dort ein Rad durchdreht.

Text und Fotos: Johannes Hädicke, Redaktion KommunalTechnik

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